Verband Österreichischer Wirt - Die Digitalisierung muss nachhaltig werden.
Bitte kurz um Geduld

+43 1 533 68 76-0

[email protected]

Die Digitalisierung muss nachhaltig werden.

HomeNeuigkeitenDie Digitalisierung muss nachhaltig werden.
HomeNeuigkeitenDie Digitalisierung muss nachhaltig werden.

Die Digitalisierung muss nachhaltig werden.

Beitrag veröffentlicht in Neuigkeiten durch VÖWA VÖWA

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Keynote: Digitalisierung muss nachhaltig werden. Wie kann die Politik dafür Sorge tragen, dass Nachhaltigkeit auch profitabel wird? Prof. Dr. rer. nat. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Ehrenpräsident des Club of Rome).

Die Digitalisierung muss nachhaltig werden. Wie kann die Politik aber dafür Sorge tragen, dass Nachhaltigkeit auch profitabel wird? Dieser Frage widmete sich Prof. Dr. rer. nat. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ehrenpräsident des Club of Rome.

Die Behauptung „Aus Friedensdividenden gibt es genug Geld, um Nachhaltigkeit zu finanzieren“ ist gescheitert. Als „gutes System“ gab es nur den Kapitalismus. Die Dividenden wurden für die Wohlhabenden investiert.

Als Vorsitzender der Enquetekommission „Globalisierung“ stellte Weizsäcker fest, dass erst nach 1990 dieser Begriff überhaupt eingeführt wurde. Solange es den Kommunismus gab, musste der Staat dagegen ankämpfen. Danach stellte sich für den Staat die „Sinnfrage“, da sein Gegner weggefallen war. Die meisten Politiker hätten nicht gemerkt, wie sehr sie von den Finanzmärkten nach 1990 beeinflusst wurden und wären schwach. Dies solle man aber nicht ihnen, sondern den Finanzmärkten vorwerfen. Der Zusammenbruch des Kommunismus liegt darin, dass die Preise nicht die ökonomische Wahrheit sagen durften.
Kapitalismus würde demnach zusammenbrechen, wenn Preise nicht die ökologische Wahrheit sagen. Das sei viel ernster. Die Politik muss für ökologisch „wahre“ Preise sorgen. In Österreich wird ernsthaft über Digitalisierung gesprochen. Amerika ist gespalten zwischen Modernitätshoffnung und Angst (dass die Globalisierung Berufe vernichtet). Er erwartet aber eher eine Zunahme. Der wissenschaftliche Beirat „Globale Umweltveränderungen“ berichtet über die digitale Zukunft, dass die Digitalisierung eine stärkere Belastung der Ökosysteme zur Folge hat. Das widerspricht der Propaganda jener Konzerne, die in der Digitalisierungsbranche tätig sind.
Wenn der Staat keine entsprechenden Rahmenbedingungen schafft, ist die Digitalisierung eher ein Gegner der Nachhaltigkeit. Die rasende Ausbreitung der Weltbevölkerung begann ab 1950. Die Gewichte der am Land lebenden Menschen macht heute 30% für Menschen und 67% für Schlachttiere aus, es bleiben 3% Wildtiere. Zum Thema „Klima“ ist festzuhalten, dass es beispielsweise 2018 in Schweden viele große Waldbrände gab, aber auch in Österreich, Deutschland und den USA gab es Auswirkungen. Die meisten politischen Zielsetzungen sind anthropozentrisch. Das wird sich ändern müssen, da die Klimaschäden bei den Menschen angekommen sind.
Klimaschutz „sollte“ populär werden, wird es aber nicht automatisch. Vor zwei Millionen Jahren war es heiß auf der Erde und Italien halb so groß. In der letzten Eiszeit war es ein Drittel größer. Im Lauf der Zeit änderten sich die Proportionen erheblich. Beim Abschmelzen von Eis steigt der Meeresspiegel künftig quasi über Nacht, was fast alle Wirtschaftsmetropolen in Asien direkt betrifft (z.B. Shanghai, Manila, Bangkok). Dann gäbe es eine Milliarde Flüchtlinge im Vergleich zu einer Million, die es in den letzten Jahren in Europa gab.
„Limits to Growth“ alleine reichen nicht, es braucht einen neuen Ansatz. Lehren Adam Smiths können nicht in Jetzt-Zeit übernommen werden. Beispielhaft war es in der Steinzeit nötig, dass eine Frau 20 Kinder hat, um ein Aussterben zu verhindern – heute ist das absurd. Das Pariser Klimaabkommen enthielt Selbstverpflichtungen der Diplomaten, welche die Politiker dann höchstens symbolisch akzeptierten und für zu teuer hielten. Als Diagnoseärzte funktionieren wir im Moment gut, zur Therapie der Klimakrise aber nicht.
90% der Kohlekraftwerke sind in Entwicklungsländern im Bau. Diese sind eine „Lizenz zum Geldrucken“. Eine Klimapolitik, welche nur Industrieländer betrifft, ist beinahe sinnlos. Wie könnten andere Ansätze aussehen? In Japan wurde Energie systematisch teurer gemacht. Es folgte ein Wirtschaftsboom mit Wachstumsraten von 7% (anstatt eines Rückgangs) – obwohl die Energiepreise im internationalen Vergleich doppelt so hoch waren. Später wechselten Investoren in Richtung billigerer Länder wie Ungarn, wodurch sich der Vorteil zerstreute. Derzeit herrscht das Problem, dass Klimaschädigung immer „billiger“ wird.
Eine Verfünffachung der Produktivität von Ressourcen sei technisch möglich, wie LED-Technologie und Passivhäuser zeigen. Beim Schienenausbau ist Österreich in der Spitzengruppe und Deutschland liegt zurück. Neben dem Hauptpunkt der „Effizienz“ sind auch erneuerbare Energien wichtig, zudem sich die Europäische Union selbst verpflichtet. Eine „Verfünfunddreißigfachung“ erneuerbarer Energien ist aber ökologisch nicht verantwortbar. Da „Ausräubern“ technisch effizienter wird, schaffen die Märkte alleine keine ökologische Wahrheit bei den Preisen. Die Politik ist hier gefragt.
 

Text exzerpiert von MMag. Detlev Wimmer, MPA MSc

 


Audio Digitalisierung Politik


01 01, 15

Über den Autor

 

 

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie alle mit (*) gekennzeichneten Informationen an. HTML ist im Textfeld nicht erlaubt.

Über Uns

Unser Verband bringt Personen aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Bildung regelmäßig zusammen. Seien auch Sie Teil dieses einzigartigen Netzwerks.

Newsletter

 

Flickr

Kontakt

Teinfaltstraße 1/12, 1010 Wien

+43 1 533 68 76-0

+43 1 533 68 76-33

[email protected]

Anmelden